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Full text of "clemen_kolbenschlag_zwickau"

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bantcn bic Slntroort et^Ifen, bo& Me5 .nitr ßefAc^n föitne. 
ffieiitt ®tr o^nc aüe SBaffeu unb in «efd^lolfcncn säigen famcn. 

I bemt afle ©eaoel^re oBfleltefett, unb balb ßinn’s 

So^n^of, bic Äonvmunaiflorbijtcit mcift 
fro:^^ b^ubcr, bafi c§ o:^nc SBIutocrgic&cn oiebcr I;eimqin.3, 
mtrjyretrd)ttrler mit einigem St^yamgcfü^I ob unfer« nimt coa= 
Öelbcntat^. ßtufclig tourbc ober bic Gndjc in 

ptenburg. ITnfcr 3aig mitbc nic^t in bic ^ße dngclaffcn, 
{onbern nui&te oor betreiben polten. 2luf einer Sinböbc jur 
tocite, bamolö gelb, jefet mit ftpnen ^^öufetn unb BiHcn befebt, 
botten bte H5reu&cn Äononen oufgefobten, bereu aKünbimacn 
auf unfere SBoiggonä ßcritbtet irooren. Sei ben fficKboifen ftonb 
bic mtIitorif<bc Scbienung betferben fertig jum %b\>toiitn. (S» 
bottc etujos Unbcimilitbcs, ht biefe Äononetiläufc bincin bltcfcu 
gu tonnen, gumol bo ftc ouf un§ geritbiet moren. ober norf) un= 
gctmlwbcr mürbe e^, ofö boö ^ilitör an unfere SBagen beram 
trat, um ^nfelben no^ SBoffen gu unterfueben, unb un§,im 
barf^eften 2bne anbrobte, ba& bic itononen auf uns» abgefeuert 
merben foUten, fobalb fUb einer oon un§ rübren ober gor nxiber^ 
l^en mürbe. ®ic roben ißotronc tarnen nun herein in unfere 
2Bagen, ftbimpften unb mi&banbeltcn, men fic moßten, riffen 
fogot etliebe oon ben artciftbörlcm ous ben SBogen unb ftieben 
fic bin unb ber — offenbot, um jum 9Bibcrfpru<b unb gut SBiber* 
feölicbteit gu reigen, ober — majfenloä unb cngefi<bt§ ber 
Äanonen blieb uns ni<bts übrig olö bic 3iöbnc gufan 

beigen unb oßes über un§ ergeben gu loffen. 3cb tom t. 

Stbrerfen boooit, aber merbe bo^ biefe unangenebme Situation 
nie oergeffen. (£§> grufcit mitb b«ute micber, inbem iäf biefe§ 
f^rcibc, unb es liegen bo<b 54 3abre bagmif^n. 9lmb biefen 
barten SKagregcIn erlaubten m§> cnblüb bic Herren Sreugen, 
mcitcr gu fobten. Älang* unb rubmlos mar unfere SInfunft in 
3mirfau. 2lnbcren Sagä erbiciten mir unfere (Semebre, bie 
bctmli^ mit einem ©üterguge naib 3u)i(fau beförbert morben 
maren, mieber auSgebünbigd. 3^ gab meine ftabtrötli^ 35oppeI^ 
flintc ni<bt glci^ mieber on ben Seftger gurütf, mcil i^ gloubte, 
c§ tSmnte no^ einmal fortgicben. Som SlatbauS, mo bic ©c= 
mebre gurürfgeg^n mürben, na<b ^ufe getebrt, pgc «b in ber 
Öfenfternif^e unb überftblage no(b etnmol ben rubmiofen f^Ib* 
gug, bo tritt mein Sater ein. ©r butte erfobren, bog mein 
öltefter Sruber, bamals Stubent, mit einer Slngobl Äommi= 
litoncn na<b 3>rcsben gegangen mar. Um menigften^, mie et 
fi^ ousbrutftc, einen Sobn ^ retten, mar er na<b 3rbirfau 
gefommen. grob, müb anptreffen, etjkbrol er bo<b febr, oB 
er erfubr, bog i^, bereits untermeg^ natb Bresben gemefen mor. 
Sofort ging er mit mir gum 3)irettor 9?af<biig, erbat für mi^ 
einige läge Urlaub unb nobm mi^ mit no^ $aufe, um mi<b 
oor mcitcrcn toßen Stritten gu bemabren. Salb trafen fixere 
3Ia<bri^cn oon bet 3liebermerfung bcS Stufftanbeä in 35re§ben 
ein. Sftan erfuhr, bag bic Steif^rrcr gum grögten Seile übet 
f^reiberg geflü^tet maren, ein Seil, um noOb ^ufc gurüd* 
gufebren,^cin onberer, um no^ Soben gu gebet» unb bei bem 
bortigen ’^ufftonbe meitcr für bic So^ ber ^reibeit gu 
tämpfen. darunter mar ou^b unfer ÄonreJtor. ?la<b Stiebet* 
merfung bc§ Stufftanbes in Soben mürbe er gefatrgen, gum 
Sobe ocrurtcilt, munbetborermeife auä bem ©efängnis befreit 
unb cntflob no<b 2lmerito. Sort b«t er ols Sfira^Iebrer unb 
Sleftourotcur fein Sofein gefriftet. Ueber feine Sefreiung au§ 
bem ©efängnis crgöbft num fi<b foIgcnbeS: ßltit bem 
Äonrefior fiinbemonn guglci^ ift ein $crr oon Srügf^Icr 
aus Soffen gefongen gefcgl morben. Sa Toß oon 
Sa<bfen aus na<b ^Berlin ein SBinf gegangen fein, oon Srügf^Ier 
entmei^n gu laffen. Ser 9luffebcr beS ©efängnißeS but bos 
au(b tun moßen. bobei aber Sinbemann mit oon Srügftbicr 
Dcrmc^fclt. ©r führt Sinbemann beraub auf ben Äorribor, lägt 
ihn fteben, unter bem SSormanbe, ihn gum SSerbör ongumciben 
gu moßen, fommt longe 3eit ni<bt micber, möbtenbbem ent* 
meid)t Sinbemann ohne $inbctnis. SBon Srübi<btcr mürbe in 
SBoben ftanbröbtli^ ergboffen. 

Unter ben ou^ Sresben cntflobencn mor autb mein 5Brubcr. 

©r mar ftbon in Sicbcrtmolfmig bei Seipgig otigcfommcn, ol^ 
et mit einigen anberen oon einem Äommonbo Äooaßeric auf- 
gegriffen, gefcffclt, on eine lange Stange gebunben unb gmif^cn 
ben fHcitern nn^ Seipgig in§ ©efängnis tronsportiert miirbe. 

©in fjrcunb auö Seipgig tnerbclc meinen ©Itern briefli(b meines 
StuberS ©cfongemtabm«. O, mte hoben ba meine ©Item 
gejammeTt! 3)tein ©ruber mar ©utf<benf4oftIcr, unb mit biefen 
mürbe befonberS ftrer^ oerfabren. Sange bot er in Unter* 
fu^ungi&boft gefeffen, bis er enbli^ in SWongcI mehreren ©er* 
bo^ts, mie ba§ Urteil lautete, frcigcfpro<bc7t mürbe. 3nt gongen 
Sanbe cntmitfcite fi(b nun eine So-gb «uf äfloitöfer, mie mon 


bic nannte, bie frgcnbm!« on betn Slufftonbe beteiligt geimefcn 
^marm. .^tc man fie oße ciniteden unb ocrurteilen moßeit. 
fo mürben nod) eine Engobl 3uÄtböufer gu bauen gemefen fein, 
©ielc sptjageffc mürben but<b Könige ©nabe niebergcf^ogcr. 
niibt menige erlitten aber au^ ftrenge Strofen. ©ine gicmll^e 
5ßngabl mürbe gum Sobe oerurteilt, balb aber gu Icbensdänc 
lidjc^m 3uibtbou5 begnabigt. Unter ihnen maren gum Seil feb' 
cble ©baroltcrc, mie ^cubner, Äirba<b unb anbere. 2lu(b roit 
3tüidauer gtcif^rlcr oerflclen ber Äriminaluntcrfu^üng- 
i<b, gut S<bule gurüdgefebrt, cincä Sageg in ber Äloffc fog, 
tat fi(b bic Sür ouf unb ein Siencr beS ©efe^e^ hotte ntid) 
mitten aus bem Unterri^t biomcg gu einem bre^tünbigen, 
boibnotbeinlid}€n ©erhör, auä bem i<b, ba ich no^ nvi)t eibe&* 
münbig mor, auf $ttnbgclöbnis cntlaffcn murb«. 3m bamaligeii 
©crUbtSgebäube ift je^t bas Stcucramt, unb i^ lonn, menn 
id) je^t bort meine 5|3enfion hole, an bem cirtftmaligen ©er* 
börsgimmer ni<bt oorbeigeben, ohne jener büfteren 3dten p 
gebenfen. ©inem glei<b«n ©erhör mürben oße meine aWit» 
f(bulbigen untergo^n. Sange mährte eS^, ehe unfer Urteil gefäßt 
' * ' ■ '^.üdfi<b;t auf unfere 

icrui^en ein, 3toei 
n jüimcrer gn;ntcf 
■ Steße oertrat 
jcfd)äbtcr Sircitor 
;cttor §eini(ben***) 
nnt. Äein Ißtcnfib 
oon feinem Slmtc 
am 3uguge betet* 
[reltorä Sibulb. ©r 
mir geigten ja bie 
igu oor unb hätten 
laubte, bag er bur<b 
jen gefiürgt v.'frbcn 
. Sa§ er über ba? 
ige Eingaben gcmo<b; 
on ber ©ebörbc ocr* 
liefelben f^^fteßen 
ilten bcs Sireftor 
mo<ben feien, foß 
ufgetreten fein, bag 
iin megen feiner Un* 
Sebrer, ber feine?* 
atio mor, entrüftet 
n: „Sa? ift eine 
ben Sirettor gu 
fommen. 2lu(b mir 
Stanb, unb er bot 
Dftem 1850 oer* 
jo ni<bt ungerecht, 
mor i<b im SBißen 
ittc feine ©erfegung, 
t S^Ie abgugeben. 

bringen, ^'ghlcig 
;r ou? Sötecvincft), 
jtaten mir ptoeilcn, 
bop nötigten. ©? 
unter 2F 
einem 0 

Lm nicht fchläfrig'p 
ubmol f^Iiefcn mir 
lg unf^ulbig. 3lber,- 
. it, ben Scblööcl on 
nb in meiner Stut^ 

,;jir bcrouslaffcn. o!- 
erhob. 5o feirrf-u 
gegangen unb tnt+j 
tic gange 9fa^t mer 
.riff bies fofort ouf, 

IC, flagtc mich, ohne 
' ben Umhertreiben? 
ocriaffen. Sofort 
bas tmurioe ©nb« 


•) Dr. 9Bi6fcbeI, f. o. 

Dr. ftarl «fuguft 5Rübiger, ootbet 8left« iw 5tel6etg (b«8»8 104). 

"**) Lic. tJricbrid^ STboIf (5ergog a. a. O.) 
t) SKorife STuguft Seefer (^ergog ®. 102). 



. tt) Weint imJRcaepdonSalBuin (eeraog®. 129 ) «18 ®cBft »ÖMet, 

Spater ©etftlicber in STmerifa. 


Gesebiebten auo Zwichau. und Qm'gegend bei Melancbtbon. 

©on Otto ©lernen. 


^Itb^ Sutber oom 28. Sfpril bi? 3. SOloi 1522 in 3micfau 
Srbmrmgcifter geprebigt hotte, nahmen 
m asittenberger Reformatoren on ben bortigen Äioeben* unb 
Scbulongel^nbciten ben regften Anteil. Sut^r fcibft gmar 
®®sen Äompctengftrcitigfeitcn 
Mreff? ber ©tn* unb Slbfcgung oon ©cifttt^en (1531) gerfoßen 
3mi(fau miffen. Slber aWcIan<btbi)n 
mtbmctc fortgcfc|t ber ©ntmuflung ber Stabt in geiftiger unb 
®^3tebung fein 3ntercffc, fuebte bei ben oerf^iebenen 
ärgerlichen Streitigfcitcn milb unb gcre»cht, mie bos feine Rrt 
^ entfeheiben, mochte bei ©oJangen in 
‘\ird:e unb Schule feine ©orfchlöge unb eomorb fich cnblich no^ 
gang befonbere ©erbienfte um bic Stabt bur^ bie gemiffenhafte 
©couffi^tigui^ unb Seitung ber pbliei^cn Ratsftipenbiaten 
(oergl. üobian, bie ©cgichungen aWcIanchtW? pr Stabt 
3tDtdoi^ Reue? Jßrehio für Sächfifebe ©ef^iebte unb Rltcrtum?* 

^^^t oermunber* 

Iid), bog Rfcloncbthion in feinen Schriften unb in feiner Äorrc* 

, Iponbeng, aber oueb in feinen ©orlefungen öfter? 3mi(fou 
ermahnt bot, unb c? märe eine reigooßc Aufgabe, oße bic Slus* 
Iprucjc be? aWagiftcr ©bUw^ üJbcr 3micfau unb bie 
3iotcfaucr gufommengufteßen in ähnlicher SBeife mie g. ©, 
RifoIau?23füUerbic 3Iu?fprü<he gefammclt unb fommen* 
ticrt bot, in benen aKelancbtbon auf bem Äotbeber ber Rforf 
imb ber SKärfer gebachtc (©citräge gur Äircbengefchicbte ber 
^orf ©ranbenburg im 16. 3obrbunbcrt 1. $eft, Seipgig 1907, 
S. 123 If.). öier fei nur brcierlei bcrou?gegriffen. 

3m 3obrc 1536 erfebien bei gSetru? Seiß in SBittenberg 
eme Ausgabe ber Sogmotif 3WcIan<htbon?, feiner berühmten 
^T,oci cominunes theologici“, unb gtoor ber gmeiten ©cor* 
Bettung, mit einem Rn^ng „de anprelis“, oon ben ©ngeln. 
Sarin bsigt es: „Sic f^ügen bic cingcincn, mie ou^ ©brtftu? 
begeugt, bog ben Äinbern ©ngcl beigegeben ,finb, menn er fagt: 
3bre ©ng«I feben ba? RngcMt bcs ©ater? (SKattb. 18,10). 
Unb für biefe gunftion ber ©nocl gibt c? oicle ©cifpicle, mie 
in ber ©cfcbtcbtc 3afob?, bes Sobio?, bes ©pipbonius, ebenfo 
oon bem Knaben oon 3mi<fou (item de puero Cygneo)." Ser 
Rbfebnitt gebt gurücf ouf eine Rnfprache, bie Rtelan^ibon am 
RTithoelistagc 1535 oor Stubenten in 3ßoo, mobin bic Slittcn* 
berger Unioerfität megen ber 5Peft /erlegt morben toor, gcboltcn 
bot. 2Im 1. Segember 1535 f^irfte ber ©farrer oon 3ena 
SIntoniu? SKufa bem 3midaucr Stabtfd>rcibcr Stephan Roth 
eine Ro^febrift biefer „©rebigt“; fic beeft fUb faft oößig mit 
jenem Schlugobfcbnitt. Rotürtteb intcreffterte ficb Roth befon* 
ber? für bic ©efchtchte „de puero Cyprneo.“ Rber IRufa, ben er 
foglciih bot, ihm mitgutcilcn, too? SRelanditbon mit jener ©c* 
merfung gemeint böttc, oermoebte ihm feine genauere 2lu?funft 
gu geben. 1536 erf^ien auch bei ©eorg Rbom in SBittenberg 
eine beutfehe Ueberfegung ber „©brifttteben ©rinnerung 
Rfelanchtbon? oon ben lieben ©ngeln om St. SKi^tstog gu 3eno 
an bie Stubenten getan“ oon fficorg Spalatin mit einer febon 
oom 5. Dftober 1535 batierten SBibmung an bic ihm befreun* 
beten ©rüber Heinrich unb Rbrobam oon ©irtfiebel auf ©nonb* 
ftein unb Sebarfenftein. Spalotin bot barin gmor bo? ©itat 
aus ©pipbonius eruiert, ober ouf mcicbc ©efcbi4tc 3KeIan<htbon 
mit bem „Änaben oon 3micfou“ anfpiclt, bat er nicht betau?* 
gcfäegt. Unb 1537 erfebien bei 3obonn 9Beig in SBittenberg 
eine 2lbbanblung oon 3ohonn Rioiu? fpegieß über ^ugengcl, 
ber ienc? Rtclon^tbonftücf beigebrueft ift. Sie Sebifotion?cpifteI 
on ben furfähfifchen Rat Ritter 3obonn non SBeigenba^ ift 
av- Scbnecbcig botiert. Rintus ftanb aifo unfercr ©cf^i^tc 
ojih räumlich gang nabe, trogbem ift er nicht ouf fie eingegangen, 
offenbar, mcil er fie nicht fcmntc. 

3um ©lücf finben mir nun ober an anberen Steßen ber 
a?crfc SRcIonchthon? bic erfebnfe 3Iu?funft. ©r fcheint bic ©c* 
fchicbtc im Äoßcg miebcrbolt crgäblt gu haben. Unb fo ftegt 
pc fomobf in ber non bem Rürnberocr SBenbenboimer 1557 
angelegten Sommlung mie in ben Äoßeftatrecn be? 3obann i 


Rlonliu? unb in ber ©oftiße SRcIonchtbon?. ©? bonbett fUb 
bana^ um bic f«höne Sage, bie auch bic ©rüber CSrimm (unter 
„©otte?fpeifc“) aufgenommen hoben unb bie au^ in 
©roffcs „Sagenf^g“ unb Rfei^e’? „Sagenbud) bcs Äönig* 
retebs Saebfen“ ftebt. Surch SRelancbtbon? „©rebigt“ oom 
p. September 1585 feheint fie guerft in meitcren Greifen be* 
fannt gemorben gu fein. 

onbctcn ©boraftcr? ift eine febr amüfante ©c* 
Wi^te oon einem 3midoucr Siebe, bic 9BrampeImci)cr au? ber 
©erliner $anbf4rift be? Sebaftion Rcbli^ ou? ©ernau mieber* 
gegeben bot (©eiloge gum 3obre?bericbt bes Äönigl. ©nmna* 
fiums gu ©Iou?tbol, Dftern 1911, S. 6 f. Rr. 6). ©s ift ihm 
entgangen, bag bic ©cfcMchte fi^ fegon bei SBcnbcnbaimcr 
(Corpus reformatorum XX594 f. 9er. 262) finbet. ©eibe Regen* 
[tonen forrigieren fieg gegenfeitig, unb bic ©cfd)icbtc mürbe 
bana^ in beutf^cr Uc^rfegung ctma folgenbermogen lauten: 
„3o omicfttu batte fi^ einer bei Soge in ein :^ous eingefchtteben, 
um aßc? forgfam gu burchmuftcrh, mo? er etmo mitnebmen 
fonntc. 311? er nid>t? meitcr gefunben batte, ftieg er bei Ra^t, 
als aßc? fchlofcn gegangen mar, bie Steppe hinauf. SBie er 
ober bte ©eute fi<h aufhotfen moßte, fiel eine Spedfeit« b^rab. 
Sur^ ben Spcftafel mürbe ber ;^ausberr oufeef^redt unb fam 
bic Steppe herab. Ser Sieb eilte oor ihm herunter, fonnte ober 
nicht gur $au?tür cntmij^cn, meil pc oerfc(doffcn mar. So 
floatete er pch in ben Rouchfang, nahm Rüg unb fchmärgte ftch 
bos gonge ©epcht. Ser §au?berr tritt on ben $crb heron, um 
bcis geucr _ ongublofen unb bie fioterne boron gu entgünben. 
3lbcr bo bläft ber Sieb oon ber onberen Seite ebenfo energifeh 
in bie 3lfcbc. heftig erf^roefen ftommett ber §ou?bcrr: 2Ber 
bift Su? 3cncr ontmortet: 3<h bin ber Seufel. — 9Bo? mißft 
Su oon mir? — ©ine Speeffeite miß i^. — ^olbtot fogt jener: 
So nimm bein Seil unb geb'! — Ser Sieb: Rion öffne bie §ou?* 
tür! — Rachbem bic? gcfcheben, trägt er fcclentoergnügt bic 
Spedfeitc binau?. Sfm nö^ften Soge oerbreitet p4 bos ©erü^t 
ber Seufel fei in einem $oufe gemefen unb höbe eine Speeffeite 
■mitgenommen, ©olb borauf, nochbem er no^ mebtere onbere 
foicbc Untoten oerübl hotte, mürbe ber ©öfemi^t bei einem 
Sicbftabl ouf frifeber Sot ertoppt. Unter ber a-olter geftanb er, 
bag er in 3i»idau ben Seufel gcfpiclt bötte. Sorauf f^ricb ber 
bortige Stabtrat jenem 3iüidoucr ©ürger, menn er ben Seufel 
ben er cinft in feinem ^oufc getroffen hätte, feben moßte 
möchte er ficb cinfinben. Stuf bie Äunbe booon entftanb ein 
igemattiges ©eläcbter, unb oicle 3mirfaucr gogen nach ber nur 
fcch? ©teilen entfernten Ra^borftobt, um ben funftrcicbcn Sieb 
unb oermcintlichen ©ottfeibeiun? anguftounen.“ — 

Sog Rtelandjtf/on gelegentlich in feinen 3u>icfaucr ^iftorien 
burchous gloubmürbige Ro^ri^ten überlieferte, geigt bic 

tvn ^YT?A^rtf4ii or • /CI«* ^ 


rolgcnbe oon Rtanlius aufgcgei^nctc : „©in ätuiefouer ©ürger 
reifte cinmol nod) 3cja^?toI gu feinem ©ruber in ©ergmerf?^ 
gef^äften unb befonber?, um eine grögerc Summe ©cibc?, ich 
meine 100 Salcr, bic ihm aus ©rubengeminnen gufamen, mit* 
gunebmen. 3um Schuß für ben Rücfmeg bur^ ben finftern SBalb 
erbat er fi<b bic ©cgieitung feine? ©rubers. 311? pc in ben SBalb 
gdfommen maren, fagte biefer gu ihm: Seihe mir gehn Soler! 
Ser anbere antmortete: 3ch fann’? nicht, mcil i<h bas ©clb 
meinen ©läubigcrn oerfproeben fiobc. aber gmei Saler miß id) 
bir geben. So +ritt jener ctmos gurürf, erfc^egt feinen ©ruber 
mit einer ©iftole, bcrouibt ihn unb gebt b€im. ©creit? om 
folgcnbcn Sage erbebt fich ber ©erbaebt aegen ihn. Set Rat 
urnfteßt fein $au? unb oerhoftet ihn. ©r bittet nur, ihn mög* 
licbTt f^eß bingurichten, ba er bic ©emipcn?quoIen nicht länger 
ertrogen fönne.“ *3n bem ber 3toirfauer Rot?TdiuIbibIiotbef 
gehörigen ©jcmplar ber Collectanea bes RTantiu? ftebt hier 
oon ofltcr ^onb am Ronbe; „©regoriu? 35Ichner crf^Iägt feinen 
©ruber ©ortbolomäu?, ift 1550 ben 29. 3anuor aufs Rob 
gelegt morben.“ Unb hop ftimmen bic Rotigen bei Spbios 
Schmibt unb $ergog. 


Der Zwichauer Stadtarzt 

©on Otto 

®^on öpet? tP ouf bieSatfoche biag'ttiefen »orben, bag in 
«er elften c^äipe be? 16. Sabrbunberr? eine gang auffoßig große' 
3obl »ipenfcboftlicb bebeutenber SRönnet au? ben SWauern 3midcu? 
beroorgegongen ip. Siuib unter ben ©tabtörgten jener 3eit regten 
mebtere bureb ungemöbnltcbc Sücbtigfeit beroor. Sem größten 
unter ibuen, 3onu? ©ornoriu?, beffen „Semübungen um bie 


Dr. Sixtus Rolbenscblag. 

©lernen. 

^ieberberfteßung ber bureb ben arQbi?mu? osrunftalteten gtieebifeben 
^ebyin* leßt noch gerühmt merben, habe ich im Reuen Slrcbio 
^r ©aebf. ©efebiebte unb SUlertumifunbc Sb. 33, ©. 36 ff. eine 
OTonogropbic gemibmet. ,^ier möchte teb ouf ©ijtu? i?oIbcn* 
fcblüg, ber in ben legten fahren feinet 3*Bidouet SmtStätigfeit 
noch lenc? Äoßege oeroefeii ift, bie 9liifmetffamfeit lenfen, gumal 



16 


15 

Si 


btt eitw 2?er8tTentn4un8 öon l^m, ein 1525 ln Sreldau flebnicEteb 
^eftregimeiit, bet SSergeffenbeit entriijen ju roetben öerbient. 

9lut wenig wiffen wir »on feinen SebenSf^idfalen. ©r toiubt 

S ietfl ttuf in ben ,Acta nationis Germanicae universitatis 
ononiensis‘; int 3fabte 1517 würbe er ol8 ©brenniitglieb in bte 
Jtorporation oufgenommen: ,Sixtus Kolbenschlag deMergedum 
pro beneficiis et meritis in nationem nostram collatis 
inoorporatus fuit‘ (®uftoö Änob, ©eutf^e ©tubenten in 
»ologn« 1289—1562. IBiogtoUbiicfter Subej a« ben Acta 
nationis Germanicae universitatis Bononiensis. Setlin 1899, 
6. 701). aus biefem ©introg lernen wir audj leine .^etmat 
fennen: er flammte ttuS aHergentbeim in gronlen. Slm 2.3anuor 
1518 würbe et bann aum Doctor artmm ct medicinae pronioDiert. 
SRiit lange barauf wirb et nod) ©eutfdblonb jurüdgefebrt fein. 
2m auguft 1522 würbe et mit 40 ©ulben ©cbolt, freier 2BoI)ming 
«nb Teilung »om S^i^öuet Slnte als Ißb^nfuS angefteflt. Sm 
15. 2nni 1524 beiwtete er bie Soebter beS anfang 9Jloi 1520 
öetftorbenen SürgermeifterS 3Ri(beI fRong, oni 6. auguft 1527 
Belratete er, nac^bem ibm am 13. 2onuat 1526 feine erfte grau 
leftorben war, aum aweiten URale, unb awar „©regot Sofen (Sofan?) 
io^ter". (©iefe angaben entnehme i(b ben 3njt<iöuet annalen 
ffieter ©(bumanns.) 

gfir feine fpSteren SebenSfdiidfale t«! 3widouer 

JRatSartBl» nur eine fie beleucbtenbe Utfunbe finbeit fönnen. ©§ 
ein in gulba ajlontog« nach Jacobi Apostoli (= 28. 2nlt) 1533 
oufgenommeneS ^rotoIoD, in bem abt 2®bonn »on gulbo belcnnt, 
bafe bfute »or ibm unb feinen $ofrSten fein Seibarat ©ij;tu§ 
jloIbenfcBIag mit feinem eBUeben ©emoBl erf(Bienen ift unb baß fie 
einmütig belannt Boben, „baS f« mit bepbet wiffen »nnb winen, 
aud) mit uorgeBoptem ratB ire beBoufeung an 3nJidaro in ber 
gloifcBergaffen gelegenn, etwann ©octoris ©tuIerS gewefenn, mit 
oüer freiBait »unb gerecBtigfait, wie ne e§ in uoraeitten ingeBopt, 
. . . aJleldjiorn oon ©reu^ing, ber teilten boctori' für 750 ©ulben 
öerfauft Boben. ©nnacB B«* «Uo ÄolbenfcBlag baS einft bem 
3widauet ©tabiarat unb „8ügend)toniften* ©raSmuS ©teüa ge= 
Borige gteiBouS in bet gleif^etgaffc befeffen, 1533 aber an ben 
fpSteren amtmann »on ©olbiB SRel^iot non ©teilen oerfaurt. 
ÄoIbenf(Blog war bamalS Seibarat beS (eoongelifeB germnten) 
gulbaer abteS 2oBonne§ HL oon ^enneberg. 

5Rur einmal, fooiel icB weife, ift ilolbenf^lag als mebiatmf^er 
©cBriftftener Beroorgetreten. ©ein bem 2n»preffum aufolge am 
20. gebriiar 1525 bei 20^8 ®aftel in 3widau im ©rud etf^ieneneS 
«Beftregiment ift bisBet unbeatBtet geblieben; webet in IJanaerS 
annalen ber alteren beutf^en Siteratur, no«B in SBellerS 
Repertorium typographicum, no(B im Thesawus libellorum 
historiam reformationis illustrantium oon 2öeigel»5?ucapn8fi 
no4 fonftwo wirb ei erwSBnt. ©S umfafet 18 QuartblStter, oon 
benen baS lefete leer ift. ©er Sitel lautet: „©pn feer tröft. / ItcB 
Pnb furfe IRegiment wi/ber bie fcBweren onb erfcBrcdlicBen / IrondBept 
ber ieftilenfe, burd) ben / Bo^gelartenn Bettn ©ijtum / ©olbenfdjlag 
ber freoen fünft / onb Srfenep ©octor begtif / fen, onnb bem ©rborn / 
SlatB au 3widow au / fonberm Sroft be» / f^riben. / " ©arunter 
fieBt man baS 3widoner ©tobtmoppen mtt ben btei ©cBwönen, 
unb umraBmt wirb ber ©itel oon einer luftigen Sorbüre, bie 
©aftel oft gebraust Bat. ©ie 3widauer SHatSfcBulbibliotBef bepfet 
awei ©remplare beS feltenen ©rudS. , . ^ ^ 

ÄolbeuftBIaq aeigt auetü. «n>aS ^eftilena Kt unb bebeute . 
©t wieberBoIt bn einfacB bie ©efinitionen beS ^aliabbas, pacentinuS, 
2RboruS. auSfüBrIicBet beBanbclt er fobann bie ©ntfteBiingS» 
urfatBen ber ÄranfBeit. ©ie lomme auS entweber oon oben Betab 
ober auf ber ©tbe ober an« bet ©tbe ober aus bem 2Ba;ier BetttuS 
weBenbet oetbotbener Suft. 2nbeS feien immer nur gewtffe aRenjcBen 
für bie ^eft pröbiSponiert. ®t erflStt baS bur^ folgenbes ©letcBmS: 
2oi Äerbft, fo bie erften repffen ober feit fommen, Baftu epnen 
fipbnen Bawmgorten, om morgen feit epn repff auglepcB auff bie 


bewm aHe, ber epn bawm würbt ftpweld am lowb, ber anbet ganp 
bürre, bet britt beBelt fepn grün, nun, boS ift alles oon epnem 
gleicBen repff, aber ber repff ift batan uit orfadj, fonber ber bawm, 
wonn r=r benn) epn bawm ift epner onbern art »nb natur wonn 
ber anber. aifo in bpfem lauff ift epn menfd) bet bing entpfendhd) 
onb ber onbet nit." auf oiererlei Söeife fönne bie Suft oerborben 
werben: 1. „fo bie oicr aept fr art nit bepaben*, b. B. menn ein 
ber betreffenben 2nbreSaeit unnatürli^e« Söetter Betrf^e; wenn 
©oinmer, *23inter, Sena unb .^erbft „fte natur bepaben, fo Ift 
alles gefunb, baS bo we*ft onb lebt, wann He fi* ab«* oerferen, 
fo mog oud) aüepn butep jre wirdung ftd) baS finbt inn mutter 
lepb oerferen bife ouf ben tobt, an (= opne) aHe eufeerliiB autpun.* 
2. Snbere fidp bie Suft „bitrcp bie würdung aßepn bet geftirn oon 
oben perab, onfieptbar onfern äugen, bauon bie aftrologi oil 
feprepben.* 3. »burip auferie^ung bem etbti^ oon fcule obber 
böfer erb, aber (= ober) böfer »nb obel begtabung bet ©5rper, 
baS bann epn ongemeffener fdjaben ift, ooroufe inn aept ber Ifleftileup, 
ou^ auflufe ontepner bing ober pepmli^er gemaep, bet glep^en 
mag au^ peimliip ober offenbar oergifftung imm woffer befepepen, 
Bepmli^ oom geftirn, offenbar butep böfe mifdpung ober epngiefeung 
ftindenber ©ing, als flacpS, panff, botinn röffen onb fenlen, bo 
oon bie oifep abflepen, für welken mon Ttep Bütten foL" 4. »er« 
unreinigten bie SRenfepen burep ipre auSbünftung bie Suft. ©nMiiB 
ober müffc mon febe Ißeft an^ als eine ©träfe ©otteS anffanen. 
©aper wolle er feine ailitbürger etinopnen, oor püen ©ingen ft* 
.mit epiiem fimpeln gepotiamen onb ganp oeftem gtonben" au 
©ott au fepren, oon ©finben abauftepen unb fiep ber redjten 
SRS^ftenliebe au befleifeigen aur Sefönftigöng beS 3orneS ©otteS. 
greilid) foüe mon barüber nid)t bte Ietblid)»natürlicpe .&Ufe oer« 
na^Iäffigen, benn ©ott pobe boep bie SSuraeln, Äröuter „fampt 
onbern atomolen au auffentpoltung onferer natur' gefepoffen. 
3Ran foüe ftd) auep niept an bie „ölten onwiptgen wepbet ober 
ber örpnep oerfepmeper onb windelörpt" wenben, „wann folepe 
burip fr oermefene onwiffenbe fünpept oil menfepen inn bpjet onnb 
onbeten oil frondpept oufs wenigft inn grofeer wetogen bringen 
»nb au a'piicn gtimmigen Siobt felbft epngeben." 

2m britten Äapitel oerbreitet fid) Älolbenfd)log über bte .5Bor« 
aeiepen lünftiger ipeflälena". ©r erwSpnt ba auerft feurige ©r- 
fcpeiniingcn om ."^iminel unb in ber Suft, befonberS im ‘ilnfeing 
beS ^erbfteS. gernet fei eS bcbenflid), wenn ber ©ommer m^t 
reept wann fei, auep wenig Siegen unb SBinb bringe, bafüt oiel 
trübe Si^t unb finitere, biefe, ftinfenbe Slcbel unb ©ewölf. „2i®>u, 
fo oil onaelicper oergiffter wiirnnwnb tpier etwaepfen, alfe ©iplongen, 
glatten, tDleiife, ©epneden, SRauppen, glpgen onb bcrglepepeiu* 
au^ tote gifepe unb giöf^e im 'SSaffer leien UnglüdSboten. 

2ni oierten Äopitel gibt unfer SUitor bie ©pmptome on, au« 
benen au erfennen fei, bofe ein IDlenfcp oon ber $eft befallen fei. 
SBefonberS intereffant ift cS, bofe er fcaoor warnt, ber Jparnanolpfe 
auoiel 23ert beiaulegen. „icp pab baS auep felbft aum öfftern mal 
in brepen fterben oonn oilen menfepen gefepen, boS bie woffer 
oufeerwelt onnb gutem parn glepcp waren, onb bie menfipen fturbe« 
boep inn fürp, borumb gib nit allepn glauben batauff, bu würft 
onberS betrogen inn bpfer Onb oil onbern frandpepten, " 

2m fünften flopitel gibt Solbeiijtplog ffierpoltungSmoferegel« 
beim auSbrud) ber ^eft. ©aS befte fei bie gluept, unb a^or fo 
halb ols möglid) unb je weiter, fe beffer. S5iet ober aurüdblciben 
müffe, ber foUe fidp oor anftedung püten, borum „oermepben 
gemepnfipofft beS oolds, bie goffen onb ftet, bo oil oold panbelt, 
olfe offene märdt, Äouffpeufer, RMerpeufer, Sabftuben, ©onppeufer* 
u. bgl., auip ni(pt effen unb trinlen mit ©rfronften, „no^ ite 
cicpber, betgewonb nit gebrouepen,* ferner eplidpe bewoprte araneien 
nepmen unb eine beftimmte ©iSt einpalten. 

.hierüber unb aum ©^luife über bie Seponblung ber Suboneu 
fpenbet flolbenf^lag eingepenbe Seleptung, wobei er fttp jeboip 
meift in ausgetretenen ©eleifen bewegt. 


auettif ft« 3wfdau im 16. 3aBtpunbcrt ^o^et «efu^ 
«rroartet würbe, würben ausnapmSweife bie ©trafeen unb 
IBIöfee gereinigt unb bie perrenloS umperlaufenben §unbe oom 
©AorfriÄter unb beffen Äneipten etngefangen unb getötet. 
1531*32 würbe oiermal Slaaaid obgeBoIten unb 112 
6trede 9ebro4t»‘ 1522:* 115, 1525: 112, 1^3^ 543. 3llfo 
Suftanbe wie jefet no^ ftt Äonftantinopel unb Äairo! 

3n ber tuIturgcfWlIiipen 3citf«prm \,6^fcr»ötUn‘‘ 1860, 
6. 30, flnbet fUp folgenbe 3Jlisaefle; „S3om ©orfe GotaB Bei 


8pUtter* 


IBaufecn glaubte mon allgemein au Einfang beS oortgen 3aBr* 
punberta, bafe bort leine Sperlinge 31t finben, fa bofe, wenn 
Sperlinge bortpin ocrfiplagen würben, [ie bo<^ bort fein »leiben 
patten, ©ie Sage berietet, bafe einft eine »anbe 3ißeuner na^ 
Sorap gctominen unb oon ben »ewopnern licbrcwp aufge* 
nommen unb bcponbelt worben fei; aum ©anfe bafür pätten 
bie 3lgeuner bie gefräfetgen Äorn* unb Äirfipei^tebe Jur aßc 
3eiten aus bem ganacn ©ebicte bes ©orfeS oerbannt, ^^uaiu 
wirb S. 228 na^getrogen, bafe aufecr Sorap ober Sorau 
ein anberer Ort in Soipfcn eiifticrc, wo Sperlinge nlw pelmi|<BI 
ffeien: Dberpfonnenftiel. — Stimmt ba§^ 


aetamroottnrf) fiir bic ®^rim*itung: ^Crof. D. Dr. iStcmen in 

rruiJ unb Ülfrlag ber Öixuia ^luirfmtcr ^-^eitimg (frilper ^imiefauer SBo^enblatt, «mtöblatt) J}. 3u<flcr. 3npober. 


L yippmanit in 3 miifau. 




^ Hlt-Zmchau 

ßetUge zur Zrptehauer Zeitung 

lugleiip 

l^eue folge der jVIUteUungen des Zwickauer Hltertumevereins. 

(SHatpbrud ber Originalortifel oerboten.) 


Gotthard Schuster* 

93on Ä 0 r I a p n. 


^ag. ©ottparb Sipuftcr, bereinft anpibiofonus au St. 
SJlaricn in 3widau. Batte baä ©lüd. einer 51eit atuuaeBören. 
bie, burd)brungen oon b^*‘* 

Sehen mo<pe,,f 

oltgebientc unb oerbienf 
lefen ous amt unb atbl 
Seciforger bei bem J 
Sipreden bc© ©retfeigjä] 
erft im Siebenjöprigien 
ber 3nfipettion Berufs 
in feinen lefeten fünf ! 
aIfo einen palben 9lup< 

Iperm bie 3wongSeme 
benfen. „Itm feiner bei 
man tpim ni^t gern © 
li^c ©eiftliipc ito^ pei 
SanbeSgefangbu^ finb« 

Unb ber ©i^tcr Ä. a. ? 
einer Hpönen ©raäplun 
©ottparb Sipufter i 
peffen als oierter Sopn 
Seine gugenb wor nid 
(1684), nur mit frembe 
tarn er inS amt. ©r 
bcaog 1697 bie Seipai 
SBittenberg, Per 
SJlagifter. aber tro^ b( 
wir fepen werben, ein 
war ortpoboj, wenn j 
oertrat, oIS Softer ftua 
' 3l«<ptgläubtgfeit. ©iefd 
bem gereiften Stubend 
©rfaprungen feines Sep 
5la<pbem er einige! 

Äatwpiet tätig gewefen p 
boS ipfarramt au Stenrt 
§err. §ier fanb er in ] 
aSorgängerS bie SebenSj 
er mit 3Karia Soppria 
getraut. Sie fipenlte 
ättefte om Seben bitew 
pchrotet geft. 1755). 3 
ftorben fünf beaw. ficb 
peimgegangenen rief er 
„S^Taf wopi, get 
»is bofe bi(p 3^ft 
©iefe reiipli^ unperfön 
fatpe, bttfe Si^fter cinei 
wibmet pot, geftattet ut 
S anbeSgeflonf^u^S: „3 
ein S^eiben“ alS Sebe 
entweber no4 1706 in i 
lauer ©iofonatspous 00 
würbe es in bem Gefon 
„Getftli^e Sipwanenluft 

am 9. September 1. . . , 

^Jrotobialonus »on St. Äatparinen in 3widou. Gine 9iat§* 
oborbnune Puit^ fi<P im Stenner Äiriplein bet einer „feinen 
unb gor wopI bisponierten ^rebigt“ über feine „guten G|terno, 
fonberliip feine gute auSfpro^" unterriiptet. 3ept wirb fein 
SBirfen für uns beutli^. 9Kit feinen Äanaelreben wollte er 
niipt nur erbauen, fonbern aur SBetätigung ber grömmi^eit im 
fieben füpren. Sic empfoplen ipn als warmperaigen unb 
frommen SRann, bem mon fU^ ln materienen unb leclifipen 
Slöten offenbaren fonnte. SDlan ging Ipn um auslcgung fiptocret 



Sprühe unb Sipriftttellen an unb wunf^e, ficftie ^Srebigfen im 
©rud au befifecn. Sipuftcr wittfaprtc mit bei §etttU9flabc 
cinaclner gcijtli^cr anftpro^en befonberen SupaftS („Sipnec* 
bcrgcc=a3ronb=^rebigt" 1719, „3widauer Kote^iämuS* unb 
geuer=iprebigt“ 1726 ufw.) unb einer bie Goongelienteste bepon* 
bclnbcn ^poftiHe („Gcijtli^r f^ouS* unb S^IIeprer“ — 6. auf* 
läge 1735). 3ut görberung bes innerli^ GottesbienfteS 
f^rteb er anba^tsbüiper („3efuSfcufaer“, „GrünbonnerStogs* 
onboipten“, eine „betenbe ;^nno" für grauen unb' SRöbipen) 
unb au fonftigem Unterrii^ 1712 ein „GjcominatiionSbüiplcin 
für bie 3ugenb“, 1718 auf eine IReipe eifo^ei4«t „GewWenS* 
prebigten“ aurüdgret^nb ooH ajldfeigung oenb* 

fepreiben“ über wi^tige reltgiöfe ©inge unb abioppora, 1727 
cnbli^ ein „5Bufe=, SBciipt* unb Äommunionbu^“. ©ie meiften 
feiner Stiften fanben meprere Zaufenb Siebpaber. 

aiS man ipn 1713 inS ©iolonot ber SRarienfic^ „auf* 
rüden“ loffen unb 1719 inS auerbo4«r ?Jfarromt polen tDoIltc, 
lepntc er ab, weil er bie innigen »egiepun^n au feinen SBeiipt* 
finbern nüpt aerrcifecn mo^tc. Gprtc ipn feine eigne befipeibcnc 
Grtlärung, cS ,,»or eine Güte anaunepmen, wenn man ipn in 
feiner bisperigen Station liefec“, fo eprte ipn ber Slot mit bem 
iprotofoll, man „fäpe ipn ols einen cprlid^ ejemplorifl^en 
SRonn gern länger pter“. aber 1727 „beförberte“ man ipn 
wirflidp, als bie Stelle eines 3widauer ar#bitttonus frei 
würbe. Seine äBapI erfolgte eirtftimmig, feine SSeruifung boliert 
»om 28. 3Kli. So liebelte Sipufter na^ einunbawanaigiäptiger 
Zätigjteit on St. Äatporinen in bic SRorieiMemetnbe über, 
©amals nonntc ipn ber Sürgermei^er SSogel einen in 
Sepre unb Seben untabeligcn unb eiaitaten 9Jlanrt, ber oiel 
gleife bcäcugc, aßemol purtig ^ poben, beim Superftttettbenten 
angenepm unb ber IBürgerjipaft alles anbere cÄS entgegen fei. 
Gin amciteS StotSmitglicb empfopi ipn ols beJanntermofeen 
fromm, rebltip, crbaulüp unb guttätig, ein brittcr als bet Zog 
unb SRoi^t urtoerbroffen. 2Bir finb in ber Sage, bie^e Gparof* 
teriftif no^ etwas au »ertiefen. Sipugcr wor ftreng rciptgläubig, 
wo cs fi^ um geftftcllung ber lutpcrijl^n ^ouptlepren gegen* 
über papiftif^n unb caloiniftif^cn anf^auungen panbelte. 
§ier boipte er unbiegfiom wie bic amtli^n Seipaiger Zpeologien, 
bic GarpaoöS unb ©epling, unb wie Keumeiüw in önmbutg, 
bic er gern in feinen Sipriften aitierte. 3« feinem Weujopirslicb 
fong er : „9Btr ^tepn nc^ rein tm Glauben ollpier an unfermlDrt.“ 
»ergeffen wir ni^t, bofe auguft ber Storfc, als Softer Stubent 
wor, um ber polnifipcrt Ärone willen »om Glauibcn feiner 
Später abgcfollen war, bofe boä 3ubcliapr ber Jlefomwtiort 1717 
cinerfeits ben öffcntliipen Hcbertritt bes Äurprinaen aum Äo* 
tpoliaismus, anbrerfeits erneute llnionSoctponblungen mit ben 
IR^ormicrten broiptc. angeft^ts biefer, wie cS ipm |^en, feiney 
Ätr^e unb bem wopren Gpriftenfum abträglii^n Gef^epniffe 
bcnufetc Sipufter bic ameipunbertfte SBicberfepir beS ZageS xwn 
augSburg 1730 aur ausgabc einer rei^gläubigen SefenniniS« 
fiprift „©er fubiltetenbe Sut^rancr“ für alle treuen unb auf« 
ri^.tigeu ^eraen. bic „oon feiner onbern Sepre als ber Sutper* 
^en wiffen wollten“. 3m Ceifer brampte er picr einmal baa 
torfc SBort oom „Greuel beS römif^en iPapfttumS“. äbet oon 
ben oben genannten Zpeologcn unteti|l(prtcb er fx^ g|etab6 bo« 
burip, bofe er aller Itterorijiipcn Ißolemif obpolb war. 

Sßäprcnb Sipuftcr in aller 9lupc, aber beutliip oon ben 
irrigen Sepren ber IjSapiften unb Goloiniften fpraip, feproieg er 
fiip in feinen Sipriften über bie ^ietiften auS. 9lirgenbs, oon 
feinem Gefongbu^ obgefepen, erwäpntc er Spenet unb bie ffip* 
renben §alli|ipen Zpeologcn. SBopI wenbete er eftimaf 
(1724) in einer „Porten“ 5|Srcbigt gegen piet^fepe ?ri»at« 
aufammenlünfte in feinet Äatparinengemeinbe. IBoS ^ fo a» 
religiöfer Grbauung neben ber Äit^ a^ifttmmenlfi^olj, fipien 
tpm au Tpr in Gegenfop au treten, ©aper waren ipm bie fromn»»